Auf dem Padjelantaleden

Ausrüstung






Im Internet gibt es genügend Seiten, auf denen man Empfehlungen zur Ausrüstung für Weitwanderungen bekommt; daran habe ich mich für unsere Wanderung auf dem Padjelantaleden orientiert. Wenn ich auch schon als junger Mann einige Urlaube mit dem Zelt gemacht habe, beschränken sich meine Erfahrungen im Outdoorbereich doch auf die Wanderung auf dem Högakustenleden in 2007. Nachfolgend beschränke ich mich deshalb auf Anmerkungen zur Ausrüstung, die wir auf den Padjelantaleden mitgenommen haben:

Wasserfilter:

Es gibt keine Umweltverschmutzung im Padjelanta. Soweit das Wasser hinreichend fließt und klar ist, kann man es ungefiltert trinken. Manchmal schmeckt es aber nicht, z.B. wie Kräutertee, weil es durch die Wiesen geflossen ist. Die "Bottle" von Katadyn habe ich deshalb diesmal wieder mitgenommen. Der Kohlefilter trägt dazu bei, dass das Wasser neutraler schmeckt.

Zelt:

Nach den Erfahrungen auf dem Högakustenleden habe ich für diese Wanderung das Fjäll Raven Scule RS/3 (Modell 2008!) gekauft. Es ist ein 3-Personenzelt. Man hängt sich halt zu zweit nicht so "auf der Pelle" (Maße 155x225). In der Apsis bekommt man die Schuhe und Rucksäcke gut unter. Das Zelt ist von oben und von unten absolut wasserdicht und die Belüftungsmöglichkeiten sind sehr gut. Auf der Küchenwaage habe ich ein Gesamtgewicht (Zelt, Gestänge, Häringe, Reparaturkit und Packsack) von ca. 3150 Gramm ermittelt. In extreme Wettersituationen sind wir nicht gekommen, aber teilweise war es stark windig und es regnete heftig; das steckte das Zelt locker weg. Mitentscheidend war für mich auch der relativ günstige Preis im Verhältnis zu Produkten von Mitbewerbern. Um den Boden vor Beschädigungen zu schützen, haben wir dem Innenzelt eine metallbeschichtete Kunststofffolie aus dem Outdoor-Fachhandel untergelegt, die etwa. 200 g wog.

Rucksäcke:

Mein Jack Wolfskin Agadir II wog incl. Zelt, Wasserfilter, 2 Liter Wasser, 1 Liter Spiritus, 0,5 Liter Olivenöl, Lebensmittel, Isomatte, Schlafsack, Fertiggerichte, ein Buch, meine Kleidung und diverser Kleinteile alles zusammen ca. 18 Kg (Volumen ca. 80 Liter). Christoph trug im Vaude Astra 65+10 den Trangia-Kocher, 2 Liter Wasser, Isomatte, Schlafsack, seine Kleidung, ein Buch, Lebensmittel usw. - insgesamt ca. 14 Kg. Das Packvolumen war erforderlich, reichte aber auch aus. Die Rucksäcke sind sehr gut verarbeitet und haben die Reise ohne Schäden überstanden. Beide Rucksäcke waren gut zu tragen. Am Agadir II fand ich den Zugang zum Innenraum über die mit Reißverschluss verschlossene Rückenklappe sehr praktisch.

Sturmkocher/Lebensmittel:

Zu Trangia muss man nun wirklich nicht viel sagen: einfach genial. Spiritusverbrauch in 12 Tagen: max. 0,75 Liter (Bei den Übernachtungen in und an den Hütten konnten wir ja die Küchen mitbenutzen). Aus dem Lebensmittelhandel haben wir 6 asiatische Nudelgerichte mitgenommen, weiterhin 6 Beutel parboiled Reis (ist schneller gar als "normaler" Reis), die in Verbindung mit Hühnerbrühwürfeln 6 Malzeiten ergaben. Ein frisches Brot, ein Paket Knäckebrot, 2 Tuben Käse und eine Salami (500g) haben unseren Vorrat ergänzt; zum trinken Teebeutel. Ansonsten gab es in den Hütten und am Weg genug zu essen und zu trinken zu kaufen - und es gab Pilze.

Wanderschuhe:

Der Meindl Tibet hat eine Leistenform mit breitem Vorderfuß. Insofern hatten sowohl mein Sohn als auch ich keine andere Wahl - kein anderer Wanderstiefel hat gepasst. Eingelaufen hatten wir die Stiefel schon auf dem Högakustenleden. Druckstellen oder gar Blasen blieben uns erspart. Der Meindl Tibet ist insgesamt und insbesondere bezüglich der Sohle ein durchaus fester Schuh, für den Padjelanta reicht er meines Erachtens vollkommen aus. Die Schuhe habe ich mit Wachs imprägniert, dass ich mittels Fön in die Schuhe eingebracht habe. Das Wachs schmilzt und das Leder saugt es auf. Die Hersteller empfehlen als weitere Möglichkeit, die Schuhe vor dem wachsen im Backofen auf 50 Grad Celsius zu erhitzen. Jedenfalls waren unsere Wanderschuhe danach absolut wasserdicht. Man muss natürlich aufpassen, dass einem kein Wasser von oben in die Schuhe läuft. Dies kann bei Bach-/Flußüberquerungen passieren oder bei Regen, wenn man keine Regenhose anzieht (dann über die Stoffhose). Auf dem Högakustenleden ist uns das passiert. Auf dem Padjelanta nicht. Das Wetter war zu gut; für den Ernstfall hatten wir Beinlinge mitgenommen. Ich empfehle aber Regenhosen (Siehe Wanderung 2009).

Kleidung, Sonstiges:

Gegen Regen hatten wir Ponchos und Beinlinge eingepackt, Christoph hatte eine einfache Hardshell und ich eine gewachste Jacke von Fjällraven mitgenommen. Im nachhinein bin ich froh, dass wir sehr gutes Wetter hatten. Pochos und Beinlinge hätten wohl funktioniert, aber insbesondere bei starkem Wind wäre dies ein Provisorium gewesen. Empfehlen kann ich deshalb nur Hardsshell und Regenhose. Unsere Outdoorhosen und Hemden waren aus Mückendichtem Gewebe, die Coolmax-Unterkleidung riecht zwar relativ schnell, ist aber vom Tragekomfort erheblich besser als Baumwoll-T-shirts. Für die Nacht hatten wir dünne Fleece-BW-Unterwäsche mit, die wir bei kaltem Wetter auch tagsüber hätten unterziehen können, was aber nicht nötig war.
Beim nächsten mal würde ich Handschuhe und Fleecemütze mitnehmen. Gut und leicht kommen Handtücher und Spültücher aus Microfasern; sie trocknen viel leichter als Tücher aus herkömmlichen Gewebe und sind mittlerweile auch gar nicht mehr so teuer.

Sehr nützlich fand ich durch Zipverschluss wieder verschließbare Tiefkühlbeutel. Solche Dinge wie Teebeutel, Medikamente, Zahnpflegemittel können damit getrennt, platzsparend und wasserdicht verpackt werden.