Abschnitt 1 - (17. bis 19.07.2008)

Die Anreise


Unser Flieger (Germanwings) startet pünktlich um 17:45 Uhr vom Flughafen Köln-Bonn und kommt auf die Minute pünktlich um 19:45 auf Stockholm Arlanda an. Innerhalb weniger Minuten haben wir das Flugzeug verlassen und für mich ziemlich unerwartet haben wir schon um 19:55 Uhr unsere Rucksäcke.

Dadurch bietet sich die Möglichkeit, entgegen meinen ursprünglichen Planungen die Anfahrt über Uppsala, Boden und Murjek nach Jokkmokk zu nehmen und ggf. gleich weiter mit dem Bus nach Kvikkjokk zu fahren. Der Fahrplan hatte sich gegenüber dem Vorjahr geändert, der Nachtzug von Uppsala nach Boden fährt nämlich ca. 2 Stunden früher als im Vorjahr von Uppsala ab. Deshalb hatte ich eigentlich die Strecke über Stockholm Hbf. nach Östersund (mit Zwischenübernachtung auf dem Campingplatz) und dann weiter nach Jokkmokk mit "Midlandsbahnen" geplant. Auf diesem Weg wären wir am nächsten Tag um 19:30 in Jokkmokk angekommen; die Fahrt wäre mithin über 4 Stunden länger und auch deutlich teuerer gewesen.

Wir haben ca. 30 Minuten Zeit, um 20:27 den Nahverkehrszug der Upplands Lokaltrafik auf Arlanda C zu erreichen. C steht für Central Station: welch ein imposanter Name für einen Haltepunkt, der genauso gut eine U-Bahnhaltestelle in Gelsenkirchen sein könnte. Egal, wir kennen uns ja aus - vom letzten Jahr noch; der freundliche Herr am Fahrkartenschalter verkauft uns die Karten nach Uppsala C (einem richtigen Bahnhof) für 190,- SEK (Vuxen 120,- SEK, Christoph 70,- SEK, weil er noch 15 Jahre alt ist). Wir haben sogar noch etw. 10 Minuten Zeit, bis der Nahverkehrszug um 20:27 Uhr in Arlanda C einläuft und Uppsala C fahrplangemäß um 20:47 erreicht. Der Zug nach Boden soll um 21:00 Uhr abfahren. Im Laden im Bahnhof kaufe ich noch Reiseproviant und kurz vor Neun stehen wir auf dem Bahnsteig. Wäre der Flieger eine viertel Stunde zu spät gewesen, hätten wir den Nachtzug 40 in den Norden nicht erreicht.

Zug Nummer 40 hat 8 Minuten Verspätung. Vom letzten Jahr her wissen wir, dass die Sitzplatzwaggons etwa in Wagenmitte sind. Dies bestätigt sich in diesem Jahr, sodass wir mit den sperrigen Rucksäcken nicht durch die engen Schlafwagengänge müssen, sondern direkt in einen Sitzplatzwagen einsteigen. In 2008 fährt übrigens wieder die SJ auf der Strecke, 2007 war das noch die Veolia.

Wir steigen also ein, die Sitzplätze sind alle besetzt und in den Eingangsbereichen sitzen schon Passagiere ohne Platzreservierung. Schon in Gävle entspannt sich die Situation etwas und wir können uns setzen. Nach dem nächsten Halt gibt's dann auch Sitzplätze im Großraumabteil. Die Fahrkarte bis Murjek kostet 870,- SEK (1 Vuxen/ Jugendliche bis 15 Jahren fahren in Begleitung der Eltern kostenfrei - Christoph fährt also umsonst mit). Die Sitze sind nicht wirklich bequem, es gibt immer wieder Störungen im Waggon und so sind die Schlafphasen in der Nacht kurz, vielleicht insgesamt 3 Stunden. Wir erreichen Boden pünktlich um 11:10 Uhr.

Bis zum Anschlusszug nach Murjek haben wir noch ca. 20 Minuten Zeit. Deshalb erkunde ich, ob in Bahnhofsnähe eine Einkaufsmöglichkeit für Spiritus (Rödsprit), Olivenöl, Brot und Käse gibt. Diese Sachen fehlen uns noch für die Wanderung. Ich finde keine Einkaufsmöglichkeit. Um 11:35 Uhr fährt unser Zug ab und erreicht Murjek um 13:06.

Dort gibt es im Bahnhofsgebäude einen kleinen Laden, der aber ausgerechnet von 13:00 - 14:00 Uhr über Mittag geschlossen ist. Bild 01 - Murjek Also können wir auch dort unsere Vorräte nicht ergänzen, da der Bus Linie 94 nach Jokkmokk/ Kvikkjokk (Vuxen 79,- SEK, Skolung 40,- SEK) um 13:50 abfährt. Wir sind übernächtigt, geben das Vorhaben auf, direkt nach Kvikkjokk weiterzureisen und beschliessen, uns keinen Stress zu machen sondern in Jokkmokk einzukaufen und auf dem Campingplatz zu übernachten. Ankunft Jokkmokk 14:50 Uhr. Wir besorgen 1 Liter Rödsprit (kein Spiritus - kein Kochen) an der Statoil-Tankstelle am Busbahnhof, Getränke, ein großes Stück Käse, Tubenkäse und Brot beim ICA und gehen zum Touristbyro. Der Angelschein für 7 Tage kostet 200,- SEK, das Info-Material über Jokkmokk Kommun, das Fjäll und Patjelantaleden gibt's umsonst. Die junge Dame im Touristbyro fragt bei Jokkmokk Camping nach Platz für ein Zelt (umsonst wollte ich die 2,5 Km hin und 2,5 Km zurück nicht laufen). Um 15:40 Uhr erreichen wir die Reception und um etwa 16:00 Uhr steht das Zelt (135 SEK/Tag).

Bild 02 - Auf der Terrasse Jokkmokk Camping ist groß, gepflegt und reichhaltig ausgestattet (Laden, Restaurant, Schwimmbad etc.) und schön am Lilla Luleälv gelegen. Das Servicehaus für die Zelter (Küche, Toilette, Waschräume, Aufenthaltsraum) hat eine Terrasse mit wunderbarer Aussicht auf den Fluß, der sich hier zu einem See aufweitet. Bild 03 - Lilla Luleälv Wir gehen früh in die Schlafsäcke (ca. 20:00 Uhr), lesen gemeinsam die ersten Seiten von Christoph's englischer Urlaubslektüre und holen den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nach. Der Bus nach Kvikkjokk soll am nächsten Tag um 11:00 Uhr abfahren. Um nicht in Zeitnot zu geraten, stelle ich den Wecker auf 8:30 Uhr.

19.07.08 Samstag - Lördag (sehr sonnig, heiß, wenig Wolken) An diesem Morgen dauerte es - wie eigentlich immer - alles etwas länger. 9:55 Uhr betreten wir die Reception zum ausschecken. Wegen der Schlange vor dem Schalter kamen wir erst um 10:05 Uhr los. Beim ICA kaufe ich noch das beim letzten Einkauf vergessene Olivenöl. Bild 04 - Der Bootssteg in Kvikkjokk An der Kasse wird ein Großeinkauf abgerechnet und ich verlasse den Laden um 10:53. Wir eilen zum Busbahnhof. Die Gepäckraumklappen sind schon geschlossen und der Fahrer raucht die Zigarette vor der Abfahrt. "Till Kvikkjokk?" rief er uns entgegen. "Ja, Ja". 3 Minuten später fährt der Bus ab - und kommt fahrplanmäßig um 12:50 in Kvikkjokk an (Vuxen 134,- SEK, Skolung 67,- SEK). Bild 05 - Auf dem Tarraälven Nach Umfüllen des Olivenöls folgen wir der kleinen Prozession von Rucksacktouristen zur Bootssteganlage. Der größere Teil der Gruppe will eine geführte Wanderung auf dem südlichen Kungsleden machen. Zum Patjelantaleden wollen mit uns 8 Personen. Ein Mann will zum Prinskullen. Wir bekommen einen ersten Eindruck von der Tierwelt im Fjäll - Mücken. Die Mückenschutzmittel kommen erstmalig zum Einsatz.

Bild 06 - Christoph im Fjäll Die Plage hält sich in Grenzen und im übrigen habe ich auf mückendichte Bekleidung geachtet. Um ca. 13:30 kommt Björn Sarstad, fragt wer wohin will und berichtet von seinen Schwierigkeiten mit zwei Bootsmotoren japanischer Herstellung. Der Motor an seinem Boot ist nicht mehr anzubekommen und er stakt und rudert den Reisenden in Richtung Prinskullen. "Ich komme mit einem anderen Boot zurück". Bild 07 - Der Steg in Bobäcken Was er auch tut - nach gefühlten 30 Minuten. Das "andere" Boot ist auch viel größer, für 8 Personen und Bootsführer reichlich und ab geht die Fahrt durch das Delta des glasklaren Tarraälven hinauf bis Bobäcken. Wir erreichen Bobäcken um ca. 14:30 Uhr und ich bezahle die Bootsfahrt mit 180,- SEK (incl. 20,- SEK Rabatt für Christoph, weil er erst 15 Jahre alt ist. Selbst die Privatwirtschaft in Schweden fühlt sich offenbar der Kinderfreundlichkeit verpflichtet. Bemerkenswert!)