Auf dem Högakustenleden

Ausrüstung






Im Internet gibt es genügend Seiten, auf denen man Empfehlungen zur Ausrüstung für Weitwanderungen bekommt; daran habe ich mich für unsere Wanderung auf dem Högakustenleden orientiert. Wenn ich auch schon als junger Mann einige Urlaube mit dem Zelt gemacht habe, sind meine Erfahrungen im Outdoorbereich doch gering. Nachfolgend beschränke ich mich deshalb auf Anmerkungen zur Ausrüstung, die wir auf den Högakustenleden mitgenommen haben:

Wasserfilter:

In Erfahrungsberichten im Internet und Reiseführern hatte ich schon gelesen, das die folgenden drei Dinge in genau dieser Reihenfolge auf Fernwanderungen von besonderer Bedeutung sind:
1.) Trinken,
2.) Unterkunft,
3.) Essen.
Diese Erfahrung kann ich bestätigen. Schon am ersten Tag unserer Wanderung drehten sich meine Gedanken um diese drei Dinge. Mental empfand ich das im Übrigen positiv anregend und keineswegs als Belastung. Man wird halt im philosophischen Sinne auf das Wesentliche zurückgeworfen - in Alltag und Beruf kann ich diese Frage nicht immer so eindeutig beantworten. Auf Montezumas Rache hatte ich absolut keine Lust, und deshalb habe ich das Wasser aus Bächen, einem See, dem Wasserkasten auf Fjärdbotten und einer Regenpfütze an der Nipstuga immer gefiltert. Die "Bottle" von Katadyn hat sich dafür als absolut ausreichend erwiesen. Mit leichtem Druck auf die Bottle hatte ich unsere Trinkflaschen in kurzer Zeit gefüllt. Die Katadyn-Bottle ist noch gut für einen zweiten Urlaub und den Preis von unter 60 Euro halte ich deshalb für durchaus angemessen. Da gibt's nicht zu meckern.

Zelt:

Extreme Wettersituationen musste das Salewa Micra (Modell 2006!) auf dem Högakustenleden nicht bewältigen. Das Wetter war durchgehend warm bis sehr warm und mehr als leichten Nieselregel mußte das Zelt nicht abhalten. Insofern kann ich kein abschließendes Urteil abgeben. Aber bestätigen kann ich, dass man für relativ kleines Geld ein leichtes Zelt (ca. 2,7 kg, aktuelles Modell leichter) mit guter Verarbeitung bekommt. Es ist im Nu aufgestellt und die in dieser Zeltklasse übliche Grundfläche von 1,20 x 2,15 m hat für den Einsatzzweck voll ausgereicht. Im "Gear of the Year 07" (Siehe Outdoor 1/08) erreichte das Salewa Micra in der Kategorie Leichtgewichtzelte den dritten Platz.

Für einen Zelturlaub mit extremeren Wettersituationen würde ich für 2 Personen aber ein Zeltklasse größer empfehlen - das ist nichts neues, sondern in anderen Reiseberichten ebenso beschrieben. Solche Zelte haben dann typischerweise eine Liegefläche von 1,60 x 2,20, sind dann aber schwerer oder teurer oder beides.

Rucksäcke:

Mein Jack Wolfskin Agadir II wog incl. Zelt, Wasserfilter, 2 Liter Wasser, 1 Liter Spiritus, 0,5 Liter Olivenöl, Lebensmittel, Isomatte, Schlafsack, Fertiggerichte, ein Buch, meine Kleidung und diverser Kleinteile alles zusammen ca. 17 Kg (Volumen ca. 80 Liter). Christoph trug im Vaude Astra 65+10 den Trangia-Kocher, 2 Liter Wasser, Isomatte, Schlafsack, seine Kleidung, ein Buch, usw. - insgesamt ca. 12 Kg. Das Packvolumen war erforderlich, reichte aber auch aus. Die Rucksäcke sind sehr gut verarbeitet und haben die Reise ohne Schäden überstanden. Beide Rucksäcke waren gut zu tragen. Am Agadir II fand ich den Zugang zum Innenraum über die mit Reißverschluss verschlossene Rückenklappe sehr praktisch.

Sturmkocher:

Zu Trangia muss man nun wirklich nicht viel sagen: einfach genial. Spiritusverbrauch in 11 Tagen: ca. 1,25 Liter. Ein paar Fertiggerichte sollte man schon mitnehmen, auch wenn es entlang oder nahe des Weges Einkaufsmöglichkeiten gibt (Siehe Reisebericht).

Wanderschuhe:

Der Meindl Tibet hat eine Leistenform mit breitem Vorderfuß. Insofern hatten sowohl mein Sohn als auch ich keine andere Wahl - kein anderer Wanderstiefel hat gepasst. Das war kein Nachteil, denn die Stiefel waren schnell eingelaufen und gut zu tragen. Druckstellen oder gar Blasen blieben uns erspart. Der Meindl Tibet ist insgesamt und insbesondere bezüglich der Sohle ein durchaus fester Schuh. Die Fußprobleme auf den letzten Etappen kann ich dem Meindl Tibet deshalb nicht anlasten. Der Untergrund mit dem Geröll und den Wurzeln war einfach zu extrem. Meines Erachtens haben wir einfach übertrieben; ein Ruhetag zur Schonung der Füße wäre das angemessene Gegenmittel gewesen. Gewachst ist der Stiefel nahezu wasserdicht. Dies nützt aber nichts, wenn bei Dauerregen das Wasser von oben in den Stiefel läuft - so wie uns geschehen.

Kleidung, Sonstiges:

Wir hatten nämlich keine Regenhosen (bzw. Christoph's hatte sich zerlegt), und bei Regen lief das Wasser von den Regenjacken über die Hosen, die nach kurzer Zeit triefnass waren, in die Stiefel. Beim nächsten Mal kommen Regenhosen mit, ggf. noch zusätzlich Gamaschen! Zum Ausgleich des Mehrgewichts bleibt dann die schwere LEVIS-Jeans zu Hause; Outdoor-Funktionshosen wiegen nur die Hälfte. Grundsätzlich war unsere "normale" Freizeitkleidung aber absolut ausreichend. In Hinblick auf das Sommerwetter ist das auch nicht sonderlich verwunderlich.
Für die Nacht hatten wir dünne Fleece-BW-Unterwäsche mit, die wir bei kaltem Wetter auch tagsüber hätten unterziehen können, was aber nicht nötig war.
Gut und leicht kommen Handtücher und Spültücher aus Microfasern; sie trocknen viel leichter als Tücher aus herkömmlichen Gewebe und sind mittlerweile auch gar nicht mehr so teuer.

Sehr nützlich fand ich durch Zipverschluss wieder verschließbare Tiefkühlbeutel. Solche Dinge wie Teebeutel, Medikamente, Zahnpflegemittel können damit getrennt, platzsparend und wasserdicht verpackt werden.