Reise und Unterkunft

07.06.12 bis 28.06.12


Für die Hinreise habe ich mich für die Fähre von Dünkirchen nach Dover entschieden; GB-erfahrene Kollegen hatten mir das empfohlen, weil der touristische Verkehr überwiegend über Calais abgewickelt werden soll und eben nicht über Dünkirchen - dort setzen eher die LKW über. Ich hatte keine speziellen Pläne, wann ich übersetzen wollte und deshalb auch nicht vorgebucht; entschieden habe ich mich letztendlich spontan. Am 07.06.12 brach ich um 21:00 Uhr auf mit dem Plan, die Fähre um 02:00 Uhr am 08.06. zu erreichen. Nach ca. 2 Stunden Überfahrt sollte ich dann um 04:00 Uhr am frühen Morgen Großbritannien erreichen und mich im Morgengrauen auf menschenleeren Straßen mit dem Linksverkehr vertraut machen können.
Take heart: cheat the dark
Get driving with the lark
As cities sleep
Steal a march before the sun ...

'Cause we'll get old
Before this night is done
So get far away

Or come with me
Everything you see
Is everything you need
Take a road trip
Go soul deep
(Runrig: Road Trip)
So kam es dann auch. Die Überfahrt kostete etwa 100 €; wer voraus bucht, kann sparen. Die Fähre war mitten in der Nacht nur etwa halb voll. Während der Überfahrt konnte ich ein wenig die Augen zumachen und Halbschlaf halten. Die erste Fussgängerinsel in Dover habe ich kontinental-europäisch rechts umfahren, danach war der Linksverkehr kein Problem mehr (bis auf zwei ungefährliche Fahrfehler am Loch Morlich). Man sollte sich dessen aber ständig bewusst sein, damit die Gewohnheit nicht überhand nimmt.

In the distance day was dawning,
Comes to me the early morning,
Something tells me, that I'm going home.
(Runrig: Going Home)
Die Route führt nördlich um London herum durch die wunderbare Parklandschaft Mittelenglands über Luton, Couventry, Birmingham, Stoke-on-trent, Preston, Lancaster, Carlisle, Lockerbie, Stirling, Perth, Pitlochry nach Aviemore (An Aghaidh Mhòr - die große Ebene). Zwischendurch ruhe ich für ca. 2 Stunden auf einem Autobahnparkplatz. Bis etwa Pitlochry fällt ständig Regen - mal mehr, mal weniger.
Soft the rain is gently falling,
Lightly cross the city morning,
I get the feeling, that I'm going home.
(Runrig: Going Home)
Um ca. 19:00 Uhr erreiche ich die Gegend um Newtonmore bei strahlender Sonne. Unglaublich, diese Landschaft - so wie die Berge in der Landschaft liegen, die Hänge gelb von blühendem Ginster!
Now the skylines reach my eyes
The ridge stands out in highland skies
I just can't believe I'm going home.
(Runrig: Going Home)
Nach der langen Anreise konnte ich keine Experimente gebrauchen. Das Auto sollte unmittelbar am Zelt stehen. Für's Erste habe ich mich deshalb auf der "Glenmore Caravan and Camping Site" eingebucht. Ein gepflegter Platz mit guter Ausstattung und nahem Zugang zum Loch Morlich, das ich am 09.06. umrunde. Die Camping-Gebühren können im Internet eingesehen werden. Ich erkunde Aviemore - dort gibt es alles, was man so braucht.
Bild001 - Mein Zelt am Bach der Wäscherinnen Am 10.06. ziehe ich um in den Rothiemurchus Camp and Caravan Park; mit etwa 10 Pfund pro Nacht bin ich dabei. Ein ruhiger Platz mit Möglichkeiten zum Zelten im Kiefernwald am Bach der Wäscherinnen. Besonderheit: In der Sanitäranlage sind kleine Badezimmer eingerichtet mit Dusche/ Spülstein/Toilette. Dort kann man es sich körperpflege-technisch gut gehen lassen. Auf Rothiemurchus habe ich die meisten Nächte auf der Reise verbracht.
Bild002 - Die Hütte auf der Mains Farm Am 21.06. wechsele ich in die Trossachs. Der Wetterbericht sagt für die nächsten drei Tage kräftigen Regen an. Im Touristcenter Callander ( in einer ehemaligen Kirche) arbeitet eine junge Deutsche Mitte 20 aus dem Süddeutschen, die dorthin ausgewandert ist. Ihr geht es gut dort, Arbeit gibt es in der Landwirtschaft, in der Gastronomie und der Touristik - z.B. im Touristcenter. Sie mag Land und Leute - von der Liebe sprach sie nicht. Sie empfielt mir vor dem Hintergrund des Wetters Mains Farm in Thornhill nahe Callander (in Callander Tankstelle, Supermarkt, Restaurants, Camping usw.); dort (Thornhill) werden einfache, beheizte Hütten vermietet. Einen Kühlschrank und Wasserkocher gibt es auch; die Gemeinschaftstoiletten, -duschen und -küche gehen voll in Ordnung. Die Tarife stehen im Internet.

Bild003 - Cashel Caravan & Camping Site; Möve Letzte Station ist die Cashel Caravan & Camping Site in Rowardennan (25.06. - 27.06.), direkt an den bonny, bonny banks of Loch Lomond gelegen. Mein Basislager für die Besteigung Ben Lomonds - auf der Standardvariante. Zu Details und Kosten der Site Siehe Internet. Bild004 - Cashel Caravan & Camping Site; Buchfink Es geht auf den Juli zu und die Midgets haben sich hier schon gut vermehrt. Und weil sie sich weiter vermehren wollen und entsprechend Hunger haben, sieht man hier mittlerweile Gestalten wie Imker mit schwarzen Netzüberwürfen. Ich habe zwar auch ein Mückenüberwurf mit (und einen Krempenhut für darunter), aber bei mir reicht Gott sei Dank Autan, um die Tiere fernzuhalten. Fernhalten lassen sich nicht die Vögel, die augenscheinlich gewohnt sind, gefüttert zu werden.

Bild005 - Good bye, Great Britain Länger in Schottland zu bleiben lohnt nicht, weil für die nächsten Tage in Schottland Dauerregen vorausgesagt ist. Am 27.06. packe ich deshalb am frühen Morgen meine sieben Sachen (und das Zelt nass ein) und trete die Rückreise um etwa 8:00 Uhr an. Bild006 - blinder Passagier Ich erreiche die P&O-Fähre in Dover um 18:35 Uhr (Die Überfahrt kostet wieder ca. 100 €). Während der gesamten Überfahrt sitzt eine Möve auf dem Geländer der Aussichtsdecks und erreicht so um ca. 20:30 Uhr gemeinsam mit mir das Europäische Festland. Ab Mitternacht herrscht wieder freie Fahrt für freie Bürger (ach, war das entspannend in GB!) und um ca. 1:00 Uhr am 28.06. bin ich wieder Heim in Köln.


When all is said and done
The race moves on
(Runrig: Running)